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Sonntag, 4. Dezember 2011

Alkohol


Holzig pocht es unter den Füßen
Dort ein Loch, hier ein Spalt.
Der Gang wird unterbrochen,
hier ein Blick, nach unten – zurück.

Vergangenes schlummert dort unten,
wiegt sich im Verborgenen und kommt,
kommt wenn die Zeit steht.
Steht wenn heute Verlangen ist.

Eine Lust auf das was war,
was verpasst, geblockt, verdacht wurde.
verdammt, hart, vergessen, ausgekramt.
Vergangen und doch ganz klar - der Blick zurück.

Dienstag, 22. November 2011

Nix für kleine Welpen



Lange Stulpen und rasierte Beine,
Harte Jungs mit Sack an Leine.
Oh stumpfes gegröle und Bierbongmassaker,
Nutella, Nivea und Peer Mertesacker.

Die deutschen Jungs sind deutscher als alle,
Von München nach Zwickau mit Wurst und Krawalle.
Der eine Integrationsmann, der andre Schweinsteiger,
ab und zu mal nen Kopfball oder nen Tritt in die Eier.

So kicken sie bald in Zweitausendzwölfzehn,
unten im Kabinengang sitzt Lahm auf dem Töpfchen.

Die Hunde verbrannt, es schmoren die Felle,
Sport ist wieder Mord und herrlich brutzelt der Welpe.

Der Gewinner heißt Philipp und wichtig sein Fall:
Lahms großes Häufchen im Stadion,
es lebe der Fußball!

Mittwoch, 16. November 2011

Occupy Schrebergarten

Und sie demonstrieren wieder,
clevre Sprüche, fesche Lieder:
"Nehmt uns nicht die Bildung weg!"
auf Kommando angeeckt.

Bildungsstreik ist wieder da,
Kasperl tritratralala.
Kommt der Sepp mit "Bildung für alle"
gibts im Audimax Krawalle.

Aufgepasst, denkt Tante Käthe,
Machen wir ne eigne Fete.
Occupien wir doch den Garten,
wo wir uns an Möhren laben.

Und so kommt nach Castrop Rauxel,
aus Amerika, was glaubste?
Occupy den Schrebergarten,
Zizek diesmal nicht geladen.

Montag, 14. November 2011

Keine Kinder mehr


Es ist viel zu spät.
Der Zeitpunkt verpasst, der Weg ist versperrt.
Zurück hält mich nichts mehr, es geht nur noch voran.

Viele Wege führen zum Ziel,
anfangs neblig und niemals abgeschlossen.
Eintausend Wege führen zum Ziel.
Eintausend Entscheidungen bestimmen den Weg.

Die Kunst des Kindes verloren,
mit freien Augen freie Wege zu gehen,
steuern wir auf geteerten Straßen,
können nur vor, zurück, links und rechts.
Können selten dazwischen.

Den Weg fest vor Augen,
müssen wir ihn nur sehen.
Die Herrscher im Nacken,
müssen wir ihnen nur folgen.
Verletzbar und nackt stehen wir da,
wie Kinder, die ihre Kunst vermissen.

Samstag, 12. November 2011

Im Jutesack n Sixerpack

English sprechen tut schwer Not
Sonst verstehst ihn nich, den Hipster-Kot.
Selbst Schwaben angelsächseln
Wennse zum hipster mode wechseln.

Hut ist Muss, Asi-Brille sowieso
Man diskutiert auch uffm Klo
Üba Kunst, Kapital und Kokain
Und wie man sich hat anzuziehn.

Isset nich vintage, isset nich en vogue!
Obwohl mans selbst ma trug,
Damals, als man nach Berlin zuzog.
Und, Schwupps, sitzt man uffm Hipsterzug.

Sich abzuheben is alladings schwer
Die Masse zieht andauand hintaher
Deshalb, meen Jott, det is so leicht
Macht allet gleich, macht allet gleich

Und doch janz andas, individuell.
Sneakers, Leggins, Mantel aus Fell
Im Jutesack n Sixerpack.

Doch die Hippen von Heut, so is dit numa
Die gabs schon Anno-Dazumal:
Wie der Herr, sos Gescherr.

Iss eena Hipp, wollns alle sein
Du intahprätiehst da viel zuville rein.
Kunst kann jeder Spacken,
lässig uff de Leinwand kacken.

Doch wer janz intellektuell
daherpalavert und erzählt,
Von PiPaPo undTralala
dem gloobste all dit BlaBlaBla?

Für Bier, Wein, Koks und Schabernack
Wird jeder Spack zum Kunstmagnat.
Steck n Finger in Po und dreh ma dran,
Dann biste der neue Hipsta-Mann!

Dear Hipster


Die Sturmlocke weht pathetisch im Wind,
der Hodensack zerpresst in tight,
wo soll der denn hin?
Der tut mir echt leid.

Kein Entkommen für Spelunken und Hoden,
vor der Invasion der Ecken- und Kantenlosen.
Markant sind nur Brille, Schal und hohe Stimme,
„Hip, Hip Hooray“, sie heißen Anton, Paulinus und Nadine.

Die Socken über die Hose gezogen.
Kein Platz für Lässigkeit, denn die ist längst verflogen.
Alles geplant, gestylt und gut durchdacht,
stehen sie vorm Spiegel bis tief in die Nacht.

Strähne streichelnd und Nase rümpfend,
wird Manuel beäugt mit seinen Tennisstrümpfen.
Der dicke Max unterwirft sich einer Stylingkur
Und wusch wird er mit Tightpants zur Hipsterwurst.

Erst dann schwärmen sie aus um uns zu beglücken,
mit Einheitsdress, Überdruss und ihren Zahnlücken.
Plötzlich ein Blitz und ich flüchte in Not,
es riecht nach verbrannter Mode:
alle Hipster sind tot.

Dienstag, 8. November 2011

Das goldene Kalb kackt einen schönen Kompromiss und/oder drei Strophen an einem politikverdrossenen Morgen müssen reichen.

Monopoly stellt uns gut.
Es gibt nur laufen und nachlaufen,
Kaufen und nachkaufen.
Mit etwas Glück können Sie der Erste im Feld der unbegrenzten Möglichkeiten sein! (So die Announce.)
Nur der Hipster geht rechtzeitig über los,
Und der Ärger ist groß, solltest du kein Startkapital besitzen.

Monochromie steht uns gut.
Volksparteien tragen einheitlich knallgrau,
Um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.
Kompromisse bleichen unausweichlich.
Die NPD wirbt jetzt mit Neongeld.
"Mit Hilfe von deutschem Perlon die Eichelkronen erreichen!"

Monotonie stellt uns ruhig.
Internalisierte Regeln stellen Weichen.
Wenn das System der Gesamtschule weicht,
Wird auch die Obrigkeit ausweichen.
Banker gehen nicht mehr über Leichen
Wenn Punker keine Steine mehr schmeißen.

Das goldene Kalb kackt eine schönen Kompromiss... und der Protest bleibt selbstverständlich anonym.

Freitag, 4. November 2011

Gefasel am Fritag

Im dunklen Raum scheint die Sonne
eingestanzt in Wände
abgeschottet vom Rest der Welt
sieche dahin, so wie es mir gefällt

Dass ich hier und dort sein kann
wenn ich das will,
 ist der Gedanke,
der das Unterträgliche im Dunkel
mit dem was sein kann vereint

Montag, 21. Juni 2010

Situation en vogue

Flieger transportieren Haben
Afrika nach Europa
Von der Plantage in den Laden

Zufrieden ist das Abendland


Wissen ums Leid
Europa über Afrika
Trost spendet das Unschuldskleid

Machtlos sind wir Besitzende


Ohnmacht schafft Starre
Europa gegenüber Afrika
Habsucht ist die Waffe

Sodass der Zustand verharre

Dienstag, 1. Juni 2010

schland reloaDed

schland reloaDed


fahnen wehen wieder
stolz ist jetzt trendy
adler putzt sein beflecktes gefieder
haydn gibt‘s jetzt auch aufs handy

kinderwangen lachen
schwarz rot gold
bier aufmachen
leder rollt

deutschland erwache
klemmst im fensterspalt
auf dass ein neues WIR sich entfache

kommt mir bekannt vor, ist irgendwie alt.