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Samstag, 12. November 2011

Im Jutesack n Sixerpack

English sprechen tut schwer Not
Sonst verstehst ihn nich, den Hipster-Kot.
Selbst Schwaben angelsächseln
Wennse zum hipster mode wechseln.

Hut ist Muss, Asi-Brille sowieso
Man diskutiert auch uffm Klo
Üba Kunst, Kapital und Kokain
Und wie man sich hat anzuziehn.

Isset nich vintage, isset nich en vogue!
Obwohl mans selbst ma trug,
Damals, als man nach Berlin zuzog.
Und, Schwupps, sitzt man uffm Hipsterzug.

Sich abzuheben is alladings schwer
Die Masse zieht andauand hintaher
Deshalb, meen Jott, det is so leicht
Macht allet gleich, macht allet gleich

Und doch janz andas, individuell.
Sneakers, Leggins, Mantel aus Fell
Im Jutesack n Sixerpack.

Doch die Hippen von Heut, so is dit numa
Die gabs schon Anno-Dazumal:
Wie der Herr, sos Gescherr.

Iss eena Hipp, wollns alle sein
Du intahprätiehst da viel zuville rein.
Kunst kann jeder Spacken,
lässig uff de Leinwand kacken.

Doch wer janz intellektuell
daherpalavert und erzählt,
Von PiPaPo undTralala
dem gloobste all dit BlaBlaBla?

Für Bier, Wein, Koks und Schabernack
Wird jeder Spack zum Kunstmagnat.
Steck n Finger in Po und dreh ma dran,
Dann biste der neue Hipsta-Mann!

Dienstag, 8. November 2011

Das goldene Kalb kackt einen schönen Kompromiss und/oder drei Strophen an einem politikverdrossenen Morgen müssen reichen.

Monopoly stellt uns gut.
Es gibt nur laufen und nachlaufen,
Kaufen und nachkaufen.
Mit etwas Glück können Sie der Erste im Feld der unbegrenzten Möglichkeiten sein! (So die Announce.)
Nur der Hipster geht rechtzeitig über los,
Und der Ärger ist groß, solltest du kein Startkapital besitzen.

Monochromie steht uns gut.
Volksparteien tragen einheitlich knallgrau,
Um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.
Kompromisse bleichen unausweichlich.
Die NPD wirbt jetzt mit Neongeld.
"Mit Hilfe von deutschem Perlon die Eichelkronen erreichen!"

Monotonie stellt uns ruhig.
Internalisierte Regeln stellen Weichen.
Wenn das System der Gesamtschule weicht,
Wird auch die Obrigkeit ausweichen.
Banker gehen nicht mehr über Leichen
Wenn Punker keine Steine mehr schmeißen.

Das goldene Kalb kackt eine schönen Kompromiss... und der Protest bleibt selbstverständlich anonym.

Mittwoch, 13. April 2011

Der Zwerg

Liegt der Strand unter dem Rock oder unter dem Pflaster? Über diese Frage sinnt der Zwerg nach, während über ihm der Himmel brennt. Mantras aufsagend, unter einem Regen von Lach-und Tränengas, wird er getauft. Unter einem neuen Namen, den er sich selbst auswählt, wiedergeboren. Es war ein langer und beschwerlicher Weg bis hierhin. Lange musste der Zwerg die Labyrinthe des Molochs durchstreifen, lange unter tobenden Funken den Fährten der zerzausten Wölfe folgen. Das Gerücht vom berüchtigten Lustzentrum hatte er schon frühzeitig von seinen Freunden und Feinden vernommen. Dass man es erobern und neu bepflanzen müsse, mit Knospen der Sünde, hatten sie gesagt. Er konnte es erst glauben, als er es durch seine eigenen Augen sah. Die Saxophon spielenden Guerilleros auf den Bergen des Kilimandscharos bestimmten von da an seinen Beat. Die mit Sternenstaub gefüllten Wasserpfeifen gaben ihm neue Kraft. Die Truppen waren gerüstet und scharlachroter Qualm wehte durch die verkommenen Straßen.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Mainstream ist scheiße

 Wir kennen das doch alle...

Ich schlängel mich durch die kiffenden, alternativen, sitzenden, lehnenden Massen im WG-Flur. Die Party rockt, denke ich zumindest. Rockt mit Mukke, die ich noch nie gehört habe. Gefällt mir nicht wirklich, wie auch, ist einfach nur laut und scheiße, aber alle nicken im Beat. Ich nicke also auch während ich mich durchkämpfe. Angekommen im Wohnzimmer sitzen ein paar Frauen im Halbkreis um das einzige Sofa herum. Ich erblicke den freien Platz auf dem Sofa und stelle mich mental auf das Abenteuer ‚Sitzplatz ergattern’ ein.